Veranstaltungen

4. Juli 2022, Literaturhaus Leipzig: "Was ist heute los ... in Ungarn?" - Gespräche über den Osten Europas

Mit dem Ausgang der Wahlen in diesem Frühjahr setzt Ungarn einen politischen Weg fort, der das Land von dem entfernt, wofür die Europäische Union stehen will. Bekanntlich ändern sich die Zeiten: Galt Ungarn vor dem Fall der Mauer als ein Land voller Freiheiten, als ein Land im Osten, in dem die Verheißungen des Westens greifbar waren, repräsentiert es heutzutage eher eine Abkehr von Weltoffenheit und Toleranz. Was bedeutet das für Ungarn? Was bedeutet es für Europa?  Welche Debatten finden statt? Welche Entwicklungen und Veränderungen sind im Gange? Was bestimmt den Alltag? Worüber berichtet die Presse? Welche Literatur entsteht?         
Darüber diskutieren die deutsche Übersetzerin Timea Tankó und der ungarische Übersetzer László Győri. Es moderiert Patricia Klobusiczky.    



Veranstaltungen in der Vergangenheit

1. Juli 2022, Literaturhaus Leipzig: 30 Jahre und immer noch Wasser unterm Kiel. Die Fähre feiert ihren 30. Geburtstag.
»Die Fähre« feiert Geburtstag
Vor dreißig Jahren hockte eine Gruppe verlassener Literaturübersetzer am unsicheren Ufer der verbleichenden DDR und schaute in die wabernde Zukunft, die noch kein anderes Ufer erahnen ließ. Aber es gab dieses Ufer. Man musste Mut und Organisationstalent aufbringen, dann konnte man vielleicht erfolgreich hinübergelangen.

Also schufen wir eine FÄHRE, einen Verein zur Förderung literarischer Übersetzung in Sachsen. Und so konnten wir übersetzen, also übersetzen. Denn unserem Anliegen wollten wir treu bleiben, als tapfere Wasserträger der Literatur. Wir wollten weiterhin mit Schwung und Akribie die Texte aus der Fremdsprache in unsere eigene übertragen: so genau wie nötig und so frei wie möglich. Und daran sollten uns weder die Stürme des Literaturbetriebs noch die Untiefen der Vertragsklauseln hindern.

Anlässlich unseres 30. Geburtstags erinnern wir an Wellentäler und -kämme und feiern auch unseren langjährigen sicheren Ankerplatz im Haus des Buches, dem Literaturhaus Leipzig. Wir werden aus unseren Neuerscheinungen der letzten Zeit lesen und vielleicht auch schon mal präsentieren, was an unseren Schreibtischen gerade entsteht. Und wir werden musizieren, so wie es bei uns üblich ist.

Und vielleicht werden Sie am Ausgang unserer Veranstaltung verstehen, warum es zum Übersetzen wirklich eine Fähre braucht, mit Menschen, die uns mit Herz und Geist eine andere Sprache und Kultur nahebringen. Da kann es noch so viele Übersetzungsprogramme auf dem Computerbildschirm geben - ohne die Wasserträger der Literatur geht nichts.

Eintritt frei

20. Juni 2022, Literaturhaus LeipzigGeschichten und Weisheiten aus dem Land der Rosen und Nachtigallen  
Eine Entdeckungsreise durch die klassische persische Dichtung und Musik  

Persische Dichtung ist weltweit bekannt und zählt zur Weltliteratur. Bereits Goethe, Friedrich Rückert und die Nachfolgegenerationen von Schriftstellern waren von ihr fasziniert und haben sich von ihr inspirieren lassen. Auch für die Persisch sprechende Bevölkerung Irans und angrenzender Länder ist sie bis heute von großer Bedeutung und Bestandteil ihres sprachlichen, kulturellen, religiösen und nationalen Erbes. Begleiten Sie uns, fachkundig geführt von der Orientalistin Katja Föllmer, auf einem Streifzug durch die wichtigsten Werke klassischer persischer Dichtung von Ferdousi bis Hafez und erfahren Sie mehr über die Besonderheiten literarischen Schaffens vom 10. bis ins 14. Jahrhundert. Gleichzeitig dürfen Sie gespannt sein auf die Begegnung mit traditionellen persischen Klängen: Ali Pirabi ist ein mehrfach preisgekrönter Virtuose auf der Santur, einem wichtigen Instrument der klassischen Kunstmusik jener Region.   Privatdozentin Dr. Katja Föllmer forscht und lehrt an der Universität Göttingen. Ihre Übersetzung von Attars Konferenz der Vögel ist in mehreren Auflagen erschienen. Ali Pirabi, geboren in Shiraz, lebt seit einigen Jahren in Deutschland und ist heute künstlerischer Leiter des internationalen Orchesters „Klänge der Hoffnung“.      
       
Eintritt: 5,- / 3,- EUR    
Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen  

15. Juni 2022, Literaturhaus Leipzig: "Was ist heute los ... in Bulgarien?" - Gespräche über den Osten Europas

Aus Bulgarien kommen seit Jahren Arbeitskräfte zu uns ins Land, um in der Fleischindustrie, in der Pflege und in der Ernte zu helfen. Für unsere Gesellschaft bedeutet dies Entlastung, die Sicherung vieler Arbeitsbereiche und Spargel satt zur Maienzeit. Was aber heißt diese saisonbedingte oder gar dauerhafte Abwanderung für die Bevölkerung im Land selbst und für die dortige Gesellschaft? Welche Debatten finden statt? Was bestimmt den Alltag? Worüber berichtet die Presse? Welche Literatur entsteht?      

Über das, was das Land dieser Tage beschäftigt, diskutieren die bulgarische Übersetzerin und Literaturwissenschaftlerin Violeta Vicheva und der deutsche Übersetzer Andreas Tretner. Es moderiert Anja Kapunkt.

31. Mai 2022, Literaturhaus Leipzig: "Was ist heute los ... in der Slowakei?" - Gespräche über den Osten Europas

Die deutsche Bezeichnung "Slowakei" taucht erstmals in einer Petition an den österreichischen Kaiser im Jahr 1849 auf. Die slowakische Landesbezeichnung ‚Slovensko‘ wiederum ist seit dem 15. Jahrhundert schriftlich belegt und geht zurück auf die Selbstbezeichnung aller Slawen, der Sloveni. Zwei Drittel des Territoriums der Slowakei werden vom Hochgebirge der Karpaten durchzogen, und als einzige Hauptstadt der Welt (!) grenzt das im Südwesten des Landes gelegene Bratislava an mehr als ein Nachbarland - an Ungarn und Österreich.   

Über das, was das Land dieser Tage beschäftigt und  umtreibt, diskutieren die deutsche Übersetzerin Marie Cermann und der slowakische Übersetzer und Literaturwissenschaftler Juraj Dvorský. Es moderiert Ralf Pannowitsch.    

Eintritt: 5,- / 3,- EUR. Anmeldung unter 0341 30 85 10 86 oder tickets@literaturhaus-leipzig.de

Eine Veranstaltung des Sächsischen Übersetzervereins Die Fähre e.V., gefördert mit Bundesmitteln des Projektfonds Neustart Kultur. 

13. April 2022, 19.30 Uhr, Literaturhaus Leipzig
„Descendimiento – Kreuzabnahme“ – Lesung mit Ada Salas   
Ein Dialog zwischen Malerei, Musik und Poesie Ada Salas, eine der ausdrucksstärksten und wichtigsten Stimmen der zeitgenössischen spanischen Lyrik, stellt an diesem Abend ihren erfolgreichen Lyrikband „Descendimiento“ (2018) vor. Die Lesung findet in spanischer und deutscher Sprache statt und unternimmt einen Dialog zwischen dem Gemälde „Kreuzabnahme“ von Rogier van der Weyden, der Musik der großen barocken Oratorienmeister und eigenen leidvollen Erfahrungen, die Ada Salas in wundervolle sprachliche Bilder umsetzt.    
Eintritt frei. Anmeldung unter 0341 30 85 10 86 oder tickets@literaturhaus-leipzig.de    
Eine Veranstaltung des Instituts für Romanistik der Universität Leipzig, des Literaturhauses Leipzig e. V. und des Sächsischen Übersetzervereins
»Die Fähre« e. V., gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen 

5. April 2022, 19.00 Uhr, Leipziger Stadtbibliothek
„Der tote Rottweiler“ – Lesung mit Heike Brandt    
Ein Roman über Freundschaft, Zusammenhalt und das politische Engagement gegen die Waffenindustri e   
In ihrer Heimatstadt leben fast alle von der Rüstungsindustrie. Aber ist das nicht eigentlich schlimm, sein Geld mit Waffen zu verdienen, wo doch am Ende der Kette immer nur Leid, Schmerz und Tod stehen? Aber was wäre die Alternative? Die Jugendlichen Bobi, Amal, Manuel und Natalie setzen sich in einem Schulprojekt damit auseinander  und wollen die Leute in ihrer Stadt wachrütteln. Es muss sich etwas ändern, von Grund auf. Das erfordert radikales Handeln. Da kommt es fast gelegen, dass sie im Wald einen toten Rottweiler finden – erschossen. Die Autorin liest aus ihrem bewegenden Spannungsroman, der sich eingehend mit Fragen zu Moral, Schuld und Frieden auseinandersetzt. Heike Brandt, geboren 1947 in Jever, lebt als freiberufliche Übersetzerin, Autorin und Rezensentin in Berlin-Kreuzberg. Für ihre Buchübersetzungen aus dem Englischen wurde sie mit mehreren Preisen geehrt.    
Eintritt frei.    
Eine Veranstaltung des Sächsischen Übersetzervereins »Die Fähre« e. V., gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen   

16. Februar 2022, Literaturhaus Leipzig : "Das Tempelhofer Feld, direkt vor der Tür" - Gespräch mit dem schwedischer Verleger und Übersetzer Jörn Lindskog